VIII – Rechte und Pflichten

Auswirkungen auf eine Gesunden Ehe: Rechte des Ehemannes und der Ehefrau

 

Einleitung

Die erste Sache, die jeder verheiratete Muslim begreifen muss, ist, dass der Ehepartner in erster Linie ein anderer Muslim ist. Er/Sie ist ihr Bruder und seine Schwester im Islam. Daher gelten mindestens alle Rechte, die ein Muslim wegen seiner allgemeinen Bruderschaft im Islam hat auch für seinen Ehepartner. Es ist eine traurige Situation, wenn ein Muslim oder eine Muslimin ihre muslimischen Brüder und Schwestern außerhalb des Zuhauses respektieren, aber die Situation zu Hause zu weniger als einem Mindestmaß an Respekt und Freundlichkeit innerhalb des Haushaltes verkommt. Deshalb ist es der erste Schritt für jeden Muslim, sich einige Bücher über Respekt, Betragen (adab) und Höflichkeit gegenüber anderen Muslimen herzunehmen und zu erkennen, dass all diese Prinzipien auch auf den Partner zu Hause zutreffen. Der Prophet (Frieden und Segen seien auf ich) betonte dies, als er sagte:

„Keiner von euch ist gläubig, bis er seinem Bruder wünscht, was er sich selbst wünscht.“ [Bukhari & Muslim]

Natürlich haben der Ehemann und die Ehefrau noch größere Rechte und Pflichten dem anderen gegenüber, aufgrund des großen und wichtigen Vertrags, der zwischen ihnen geschlossen wurde und auf dessen Grundlage sie zusammen leben. Im Quran sagt Allah, dass wenn ein Mann sich von einer Frau scheiden möchte und eine anderen heiraten möchte, er nichts von der Brautgabe zurücknehmen soll, egal wie hoch sie war. Dann sagt Allah:

„Und wie könntet ihr es fortnehmen, wo ihr einander bereits beiwohntet, und sie mit euch einen festen Bund schlossen?“ [der edle Quran 4:21]

Wegen dieses „festen Bundes“ sollten die Rechte und Pflichten zwischen Ehemann und Ehefrau nicht in kalter und legalistischer Weise betrachtet werden. Die Eheleute sollten danach streben, den anderen glücklich zu machen und die Bedürfnisse, Fähigkeiten und Schwächen des anderen in Betracht ziehen. Da in den meisten Fällen keiner der Ehepartner alle Pflichten komplett erfüllt, sollten sie beide ihre eigenen Mängel erkennen und sich eingestehen.

Der Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) riet besonders den Ehemännern ihre Frauen in bester Weise zu behandeln – vielleicht wegen ihrer größeren Autorität im Haushalt und ihrer größeren Stärke. Dies wird in folgenden Ahadith deutlich:

„Die Besten unter euch, sind die, die am besten zu ihren Familien sind und ich bin der Beste zu meiner Familie.“

„Ich bitte euch inständig, Frauen gefühlvoll zu behandeln. Eine Frau ist aus einer Rippe geschaffen. Die Rippe, die am meisten gebogen ist, ist die oberste Rippe, wenn du versuchst sie zu begradigen, bricht sie, aber wenn du sie so lässt wie sie ist, wird sie ihre Form behalten.
Behandelt Frauen gefühlvoll.“ [Bukhari]

Tatsächlich scheitern beide Ehepartner normalerweise zum Teil bei der Erfüllung ihrer Pflichten. Deshalb sollte man, bevor man den anderen kritisiert und barsch zu ihm wegen einiger Mängel ist, zuerst auf sich selbst schauen und erkennen, was man falsch macht.

 

Allgemeine Rechte zwischen den Beiden

Es gibt einige Rechte, die beide Ehepartner gegenüber dem anderen haben. Dazu gehören:

  • Das Recht sich gegenseitig zu genießen.
  • Das Recht von einander zu erben.
  • Das Recht auf Bestätigung der Abstammung ihrer Kinder.

 

Die Rechte der Ehefrau/Die Pflichten des Ehemannes

Allah sagt im Quran:

„Und ihnen (den Frauen) stehen die gleichen Rechte zu wie sie (die Männer) zur gütigen Ausübung über sie haben.“ [der edle Quran 2:228]

Ibn Kathir kommentierte diesen Vers und schrieb, dass die Ehepartner ähnliche Rechte gegenüber dem anderen haben und jeder muss sein bestes versuchen, die Rechte des anderen zu erfüllen. Während der Abschiedspilgerreise sagte der Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm):

„…Und hütet euch vor Allah, was die Frauen betrifft. Ihr habt sie von Allah anvertraut bekommen und ihre Körper sind euch erlaubt durch das Wort Allahs. Ihr habt das Recht über sie, dass ihr keinen in euren Häusern erlaubt, den ihr nicht mögt. Wenn sie dies tun, könnt ihr sie in einer Weise schlagen, die ihr keinen Schaden zufügt. Sie haben das Recht auf  Unterhalt und Bekleidung euch gegenüber, entsprechend dem, was rechtens ist.“ [Muslim]

Die Rechte der Ehefrau gegenüber ihren Ehemann, welche in diesem Kapitel erörtert werden, sind folgende:

  • Die Brautgabe
  • Versorgung
  • Freundliche und ordnungsgemäße Behandlung
  • Eheliche Beziehungen
  • Nicht geschlagen zu werden
  • Intimsphäre
  • Gerechtigkeit zwischen mehreren Ehefrauen
  • Ihr die Religion lehren
  • Verteidigung ihrer Ehre

 

Die Rechte des Ehemannes gegenüber seiner Ehefrau, welche hier erörtert werden:

  • Das Oberhaupt der Familie sein
  • Ihm in allem gehorchen, was keinen Ungehorsam Allah gegenüber darstellt
  • Eheliche Beziehungen
  • Dass sie niemanden ins Haus einlässt, gegen den er Einwände hat
  • Dass sie nicht das Haus ohne seine Erlaubnis verlässt
  • Dass sie für ihn kocht und den Haushalt führt (zwei Meinungen)
  • Ihn für seine Bemühungen danken
  • Dass sie nicht freiwillig ohne seine Erlaubnis fastet

 

Die Rechte der Ehefrau gegenüber ihrem Ehemann

Brautgabe (Mahr)

Dieses Recht der Ehefrau wurde bereits detailliert erörtert. Allah sagt im Quran:

„Und gebt den Frauen ihre Brautgabe als Schenkung. Und wenn sie euch gern etwas davon erlassen, so könnt ihr dies unbedenklich zum Wohlsein verbrauchen.“ [der edle Quran 4:4]

Die Zahlung der Brautgabe an die Ehefrau ist eine Pflicht und eine Schuld des Ehemannes, bis er sie bezahlt hat und er kann nicht davor fliehen, außer wenn die Ehefrau frei und willentlich von diesem Recht absieht. In der Vergangenheit und in vielen Fällen heutzutage versucht der Vater die Brautgabe von seiner Tochter wegzunehmen. In der Jahiliya wurde dies gerechtfertigt, indem gesagt wurde, dass der Vater nur alle Kosten damit ausgleicht, die er für seine Tochter aufbrachte, die jetzt ein Mitglied einer anderen Familie ist und ihnen zugutekommt.

Heutzutage kommt es oft in diesem Land vor, dass der Ehemann versucht die Brautgabe zurückzubekommen (wenn sie überhaupt erst gezahlt wurde) oder er davon Gebrauch macht, indem er es ausgibt, was eigentlich in erster Linie SEINE Pflicht war. Das ist eine schlechte Praxis und absolut verboten, außer wenn sie es explizit erlaubt ohne jeglichen Zwang oder Druck. Ansonsten ist es IHR Eigentum und sie kann darüber verfügen (oder nicht), wie sie es allein für richtig hält.

 

Versorgung (Nafaqah)

Allah sagt:

„… Und es obliegt dem, dem das Kind geboren wurde, für ihre Nahrung und Kleidung auf gütige Weise Sorge zu tragen. Von keiner Seele soll etwas gefordert werden über das hinaus, was sie zu leisten vermag…“ [der edle Quran 2:233]

Ihre Versorgung ist eines der wichtigsten Rechte, die eine Ehefrau über ihren Ehemann hat. Ibn Kathir erklärte, dass der oben genannte Vers bedeutet, dass er für sie sorgen muss, ohne verschwenderisch oder das Gegenteil zu sein, je nach seiner Fähigkeit und den Standards, welche von der Gesellschaft zu seiner Zeit gesetzt werden. Als der Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) von einem Mann gefragt wurde „Was ist das Recht unserer Ehefrauen über uns?“, antwortete er:

„Dass er sie ernähren soll, wenn er sich selbst ernährt und sie einkleiden soll, wenn er sich selbst einkleidet, dass er sie nicht ins Gesicht schlagen soll, dass er sie nicht hässlich nennt und dass er sie nicht meidet, außer innerhalb des Hauses.“ [>Ibn Majah]

Einer Frau ist es sogar erlaubt, etwas von dem Vermögen ihres Mannes ohne sein Wissen zu nehmen, wenn er sie nicht ausreichend versorgt. In einem Hadith, welcher von Muslim und Bukhari überliefert wurde, sagte der Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) zu Hind bint Utbah, nachdem sie sich darüber beschwerte, dass ihr Ehemann Abu Sufyan geizig war und sie nicht versorgte und sie fragte, ob sie ohne sein Wissen von seinem Besitz nehmen dürfte:

„Nimm, was genug für dich und dein Kind ist, entsprechend dem, was üblich ist.“ [Muslim & Bukhari]

Seine Ehefrau zu versorgen, ist eine der wichtigsten Pflichten des Ehemannes. Es ist eines der kennzeichnenden Aspekte des „Ehemann-Daseins“. Allah sagt ihm Quran:

„Die Männer stehen den Frauen in Verantwortung vor, weil Allah die einen vor den anderen ausgezeichnet hat und weil sie von ihrem Vermögen hingeben.“ [der edle Quran 4:34]

Wenn ein Mann seine Frau nicht versorgt, ist sie nicht verpflichtet, die Pflichten gegenüber ihrem Mann zu erfüllen. Wenn die Frau zu einem Richter geht und ihm aufzeigt, dass ihr Ehemann sie nicht versorgt, wird der Richter sie sofort trennen, gemäß zahlreichen Gelehrten.

Der Vers verdeutlicht, dass der Mann, welcher die Verantwortung trägt, auf die beiden genannten Fälle zurückgeht. Dies bedeutet zwei Dinge:

  • Beide, Mann und Frau, müssen sich dieses Recht und dieser Pflicht bewusst sein und dass die Frau nicht verpflichtet ist, in dieser Ehe zu bleiben, wenn sie nicht versorgt wird – unabhängig von seinem oder ihrem Vermögen und
  • Die Muslimische Gesellschaft muss in einer Art und Weise organisiert werden, dass ein Muslim in der Lage ist, die nötigen Mittel zu erlangen um seine Frau zu versorgen.

Der zweite Punkt ist fraglich. Wenn die Gesellschaft einen Zustand erreicht, indem Frauen mehr in der Lage sind, ihren Lebensunterhalt zu verdienen, als Männer, wird dies den „Verantwortungsstatus“ des Mannes in ihrem Haushalt untergraben. Es wird in der Tat den islamischen Haushalt allgemein untergraben. Dies ist was in praktisch jedem muslimischen Land geschieht, wo die UNO und andere Organisationen das Hauptaugenmerkt darauf legt, Frauen zu helfen, wirtschaftlich lebensfähig und unabhängig zu werden, auch wenn ein großer Prozentsatz der Männer nicht die nötigen Mittel aufbringen kann, um eine Familie zu versorgen. (Es ist die gleiche Zerstörung, die Familien in den USA in den 50er und 60er Jahren mit dem Sozialsystem zugefügt wurde). Den verderblichen Einfluss, den dies auf die Gesellschaf haben wird, kann nicht einmal ansatzweise beschrieben werden.

Frauen ist es im Islam absolut ERLAUBT , ein Geschäftsunternehmen zu betreiben (die erste Frau des Propheten, Khadijah, war eine große Geschäftsfrau in Makkah), angestellt zu sein oder andere Möglichkeiten um Geld zu verdienen, wahrzunehmen. In einigen Branchen werden sie tatsächlich gebraucht, zum Beispiel als Ärztinnen und Lehrerinnen. Jedoch sollte es die vorrangige Priorität in einer islamischen Gesellschaft sein, den Männern die Möglichkeit zu geben den Lebensunterhalt zu verdienen und eine Familie zu versorgen. Alle wirtschaftlichen Planungen und soziale/wirtschaftliche Programme müssen ihm Einklang mit dieser Hauptaufgabe sein.

 

Freundliche und Ordnungsgemäße Behandlung

Allah sagt:

„… Und geht in rechtlicher Weise mit ihnen um. Wenn sie euch zuwider sind, so ist euch vielleicht etwas zuwider, während Allah viel Gutes in es hineinlegt.“ [der edle Quran 4:19]

Ibn Kathir kommentierte diesen Vers und schrieb:

„Dies bedeutet, in einer freundlichen Art und Weise mit ihnen zu sprechen, und ihnen mit freundlichen Taten und einer schönen Art und Weise begegnen, nach den besten deiner Möglichkeiten. Verhalte dich in einer Weise ihnen gegenüber, wie du es von ihnen liebst. Allah hat gesagt, „Und ihnen (den Frauen) stehen die gleichen Rechte zu wie sie (die Männer) zur gütigen Ausübung über sie haben“ (2:228). Der Gesandte Allahs (Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Der beste von euch ist der, der am besten zu seiner Frau ist und ich bin der beste von euch zu meiner Frau.“ Es war sein Verhalten, dass er sie in einer schönen Art und Weise behandelte, mit einem Lächeln im Gesicht. Er machte mit seinen Frauen Spaß, ging zärtlich mit ihnen um und gab ihnen in großzügiger Weise. Er lachte mit seinen Frauen und er rannte sogar mit Aisha um die Wette… Jede Nacht versammelte er seine Frauen in dem Haus derjenigen, mit der er (Frieden und Segen seien auf ihm) die Nacht verbringen würde und aß gelegentlich zu Abend mit ihnen… Nachdem er das Nachtgebet gebetet hatte, trat er in das Haus ein und unterhielt sich ein bisschen mit seiner Frau, bevor er schlafen ging und tröstete sie dabei. Und Allah hat gesagt:

„Wahrlich, ihr habt an dem Gesandten Allahs ein schönes Vorbild.“ [der edle Quran 33:21]

Ein Teil des Problems ist, dass die Muslime an die Fantasiewelt glauben, welche sich im Fernsehen, in Filmen und anderen Medien verbreitet. Der Hadith über die Rippe verdeutlicht, dass es selten ist, eine „perfekte Frau“ zu finden und in gleicher Weise sollte keine Frau erwarten, den „perfekten Mann“ zu finden. Wenn jemand in einer Fantasiewelt lebt, wird er dazu neigen, sehr enttäuscht mit dem wirklichen Leben zu sein.“

 

Körperliche Beziehungen

In Sahih Ibn Hibban wurde folgendes berichtet:

„Die Ehefrau von of 'Uthman ibn Madh'un beschwerte sich beim Gesandten Allahs (Frieden und Segen seien auf ihm), dass ihr Ehemann keine Frauen braucht. Am Tage würde er fasten und in der Nacht beten. Der Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) fragte ihn: „Bin ich für dich nicht das beste Beispiel, dem du folgen sollst?“ Er antwortete: „Sicherlich, mögen mein Vater und meine Mutter für dich geopfert werden.“ Der Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) sagte ihm dann: „Was dich betrifft, so betest du in der Nacht und fastest am Tag. Allerdings hat deine Frau ein Recht auf dich und dein Körper hat ein Recht auf sie und bete und schlafe und faste und breche dein Fasten.“

Es gibt verschiedene ähnliche Begebenheiten, welche berichtet wurden, wo die Gefährten des Propheten (Frieden und Segen seien auf ihm) ähnliche Urteile in ähnlichen Situationen fällten. In einer Geschichte, welche sich zur Zeit von Umar ereignete, sagte der Gefährte, welcher urteilte, zu einem Ehemann, dass Allah ihm das Recht gab vier Ehefrauen zu haben und da er nur eine hatte, könnte er seine Gebete und sein Fasten an drei von vier Nächten praktizieren, aber mindestens eine in vier Nächten muss für seine Ehefrau reserviert sein.

 

Nicht geschlagen werden

Es ist das Recht der Ehefrau, dass sie nicht geschlagen wird, außer in dem Fall von Nushuz (Rebellion gegen die Autorität des Ehemannes). Selbst in diesem Fall ist es dem Ehemann nur erlaubt, sie zu „schlagen“, wenn er ihr keinen Schaden zufügt, ähnlich einer ordnungsgemäßen Disziplinierung eines Kindes. Es ist ihm nie erlaubt, sie ins Gesicht zu schlagen oder ihr irgendwelche blauen Flecken oder Verletzungen zuzufügen. Allah sagt im Quran:

„…Und diejenigen Ehefrauen, deren böswillige trotzige Auflehnung ihr fürchtet, diese sollt ihr (zunächst) ermahnen, dann in den Ehebetten meiden und (erst danach) einen (leichten) Klaps geben! Und sollten sie wieder auf euch hören, dann unternehmt nichts mehr gegen sie. Gewiss, Allah ist allhöchst, allergrößt.“ [der edle Quran 4:34]

Es ist unverständlich wie so viele Übersetzer das Wort „wadhribuhunna“ im oben genannten Vers als „schlagt (prügelt) sie“ oder in einer noch lächerlicheren Weise „schlagt (prügeln) sie [leicht]“ übersetzt haben. Das ist falsch, falsch, falsch. Es ist eine Scheußlichkeit, welche zu vielen Missverständnissen geführt hat und welche die Tür für die Feinde des Islams geöffnet hat. Das Wort im Arabischen bedeutet „stoßen“ oder „hauen“. Es umfasst alles von einem Piekser mit einem Zahnstock bis zu dem, was wir im Deutschen „schlagen“ nennen. Wenn berichtet wird, dass „So-und-so“ den „So-und-so“ schlug, ohne weitere Erklärung, nimmt man an, dass es ein einziger Schlag war und er könnte von jeglicher Stärke sein.

Wenn der Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) einen kleinen Stock nahm und einen der Muslime auf den Bauch geklopft hat um die Reihen zu begradigen, in Vorbereitung auf einen Krieg, „schlug“ er ihn mit dieser Bedeutung. Vergleiche dies mit dem Deutschen „sie schlagen (prügeln)“. Die Bedeutung ist eine ganz andere. Wenn man einen Schnürsenkel nimmt, und jemanden damit auf die Hand schlägt, könnte man im Arabischen „dharabtahu“ sagen, aber im Deutschen könnte man niemals sagen, dass man die Person „geschlagen“ hat. Bitte verschaffe dir Klarheit darüber und korrigiere jeden, bei dem du hörst, der die Bedeutung des Verses in dieser Art und Weise verfälscht.

Der Vers nennt Ermannung, Boykott und Schlagen im Falle von Nushuz. Dies bezieht sich auf eine Rebellion gegen die Autorität des Ehemannes innerhalb der Ehe, welche einer Verletzung des Ehevertrages ihrerseits gleichkommt. Ibn Taimia sagte dazu:

„Nushuz in dem Vers „…Und diejenigen Ehefrauen, deren böswillige trotzige Auflehnung ihr fürchtet…“ bedeutet, dass sie widerspenstig gegen ihren Ehemann ist und sie sich insofern von ihm entfremdet hat, dass sie ihm nicht gehorcht, wenn er sie ins Bett ruft, oder sie das Haus ohne seine Erlaubnis verlässt oder in ähnlichen Dingen, bei denen sie ihm gehorchen muss.“

Viele Gelehrte haben erklärt, dass die drei Schritte der Reihe nach unternommen werden müssen, das heißt Ermahnung, dann die Trennung beim Schlafen und letztendlich das Schlagen; das Schlagen ist die letzte Ausweg und nur in extremen Situationen. Was also die überwiegende Mehrheit der Männer ihren Frauen in spontanen Wutausbrüchen über oft triviale Fragen antun, ist absolut haram und wird in keinster Weise im Islam gutgeheißen. An-Nawawi sagte darüber:

„Bei dem ersten Anzeichen von Ungehorsam gegenüber der ehelichen Autorität, sollte eine Frau von ihrem Mann ermahnt werden, ohne dass er sofort die Beziehung zu ihr abbricht. Sollte sich ihr Ungehorsam durch eine Handlung, die zwar vereinzelt ist, aber keinen Zweifel an ihrer Absicht lässt, manifestieren, sollte er seine Ermahnungen wiederholen und sie im Haus einsperren, aber ohne sie zu schlagen… Erst wenn sie in wiederholter weise ungehorsam ist, kann der Ehemann seine Frau hauen.“

Wie wir gesagt haben, darf dies NIEMALS ein „Schlagen (Prügeln)“ sein. Einem Ehemann ist es niemals erlaubt seine Ehefrau in einer Weise zu schlagen, welche Verletzungen oder irgendwelche Flecken hinterlässt. Der Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) sagte:

„…Und hütet euch vor Allah, was die Frauen betrifft. Ihr habt sie von Allah anvertraut bekommen und ihre Körper sind euch erlaubt durch das Wort Allahs. Ihr habt das Recht über sie, dass ihr keinen in euren Häusern erlaubt, den ihr nicht mögt. Wenn sie dies tun, könnt ihr sie in einer Weise schlagen, die ihr keinen Schaden zufügt. Sie haben das Recht euch gegenüber auf  Unterhalt und Bekleidung entsprechend dem, was rechtens ist.“ [Bukhari & Muslim]

 

Intimsphäre

Es ist eigentlich das Recht von beiden Ehepartnern, dass der andere niemanden anderes von ihre privaten Momenten zusammen erzählt. Betrachte den folgenden sahih Hadith:

„Gibt es einen unter euch, der zu seiner Frau geht, die Tür hinter sich schließt, beide bedeckt und beide verbirgt bei Allahs Verbergen?“ Sie sagten: „Ja.“ Er sagte darauf: „Dann sitzt er danach mit anderen und sagt ‚Ich habe das und das gemacht.‘“ Sie waren still. Dann drehte er sich zu den Frauen und sagte: „Spricht eine von euch über solche Dinge?“ Sie blieben auch still. Dann stellte sich ein junges Mädchen auf ihre Zehen, so dass der Prophet (Frieden und Segen sie sehen konnte) sie sehen und hören konnte und sie sagte: „O Gesandter Allahs, sie [die Männer] reden ganz sicher darüber und sie [die Frauen] reden auch darüber.“ Er (Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Weißt du, wie sie sind? Sie sind wie ein weiblicher Teufel, der einen männlichen Teufel auf der Straße trifft und sie befriedigen ihre Bedürfnisse, während die Leute sie anschauen.“ [Abu Daud – Sahih]

 

Gerechtigkeit

Wenn ein Mann mehr als eine Frau hat, muss er sie gerecht behandeln, in Bezug auf physische Dinge (Haushalt, Kleidung, Essen, etc.) und die Nächte, die er mit jeder verbringt. Allah sagt:

„Und ihr könnt zwischen den Frauen keine Gerechtigkeit üben, so sehr ihr es auch wünschen möget. Aber neigt euch nicht gänzlich (einer) zu, so dass ihr die andere gleichsam in der Schwebe lasst. Und wenn ihr es wiedergutmacht und gottesfürchtig seid, so ist Allah Allverzeihend, Barmherzig.“ [der edle Quran 4:129]

Der Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) wies daraufhin, dass es Formen von Gerechtigkeit gibt, welche vorgeschrieben sind und dass es auch Formen von Gerechtigkeit gibt, welche jenseits der menschlichen Fähigkeiten liegen. Die, welche vorgeschrieben sind, umfassen Geld, Unterkunft, Bekleidung und ähnliches und die Nächte, die er mit jeder verbringt. Jene, die jenseits der menschlichen Fähigkeiten liegen, sind die Gefühle des Herzens und ähnliche Dinge. Er (Frieden und Segen seien auf ihm) sagte:

„O Allah, das ist mein Bereich, über den ich die Kontrolle habe, so tadle mich nicht für das, über das du die Kontrolle hast und ich nicht.“ [Abu Daud (einige haben es als schwach eingestuft, andere als hassan)]

Der Prophet (Frieden und Segen seien auf ihn) hat auch vor den Gefahren gewarnt, wenn die Gerechtigkeit nicht erfüllt wird, obwohl sie zwischen den Ehefrauen vorgeschrieben ist und sagte:

„Derjenige unter euch, der zwei Frauen hat und eine bevorzugt, wird am Tag von Qiyama mit einer herunterhängenden Seite wiederauferstehen.“ [Abu Daud – Sahih]

 

Ihr die Religion lehren

Der Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) sagte:

„Jeder von euch ist ein Hirte und verantwortlich für seine Herde. Der Regierende ist ein Hirte und verantwortlich für seine Herde. Der Mann ist ein Hirte über seine Familie und verantwortlich für seine Herde.“ [Bukhari]

Es gibt zwei Arten von Wissen im Islam: 1) dieses, welches für jeden Muslim verbindlich ist und 2) jenes, welches man von jemandem aus der Ummah lernen muss. Bei der ersten Art muss jede Muslimin wissen, woran sie glaubt, wie man betet, wie man fastet, sowohl Fragen, die speziell Frauen betreffen, zum Beispiel wie man sich nach der monatlichen Regel reinigt, usw. Sie muss auch ihre Verpflichtungen gegenüber ihren Eltern, ihrem Ehemann (und seine Verpflichtungen ihr gegenüber), ihren Kindern, ihren Nachbarn, sowohl ihre Rechte ihnen allen gegenüber kennen.

Es ist die Pflicht des Ehemannes, sicherzustellen, dass sie sich all dieses Wissen aneignet, welches für sie verbindlich ist zu erlangen. Wenn dies bedeutet, dass er Geld für Bücher oder Kassetten ausgeben muss, dann muss er dies tun. Die Gelehrten haben die Wichtigkeit dieses Rechts der Frauen dermaßen betont, dass viele von ihnen ihr die Erlaubnis geben, das Haus zu verlassen, um einen Vortrag in der Moschee anzuhören, auch ohne die Erlaubnis des Ehemannes.

Es ist wohlbekannt, dass der Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) sagte, dass es für jeden Muslim, egal ob männlich oder weiblich, Pflicht ist, Wissen zu erlangen. Allah sagt im Quran:

„O ihr, die ihr glaubt, rettet euch und die Euren vor einem Feuer, dessen Brennstoff Menschen und Steine sind, worüber strenge, gewaltige Engel gesetzt sind, die Allah nicht ungehorsam sind in dem, was Er ihnen befiehlt, und die alles vollbringen, was ihnen befohlen wird.“ [der edle Quran 66:6]

Ein Teil der Bedeutung des Verses ist, dass der Ehemann/Vater (der “Hirte” des Haushalts) alle notwendigen Mittel ergreifen muss, um sicher zu stellen, dass alle unter seiner Vormundschaft (Frauen und Kinder) die Möglichkeit und die Mittel haben, all das Wissen zu erlangen, welches sie benötigen um Allah anzubeten und ihr Leben so zu leben, wie Allah es uns vorgeschrieben hat, wie wir unser Leben führen sollen. Wenn er dies erfüllt hat, hat er seine Pflicht erfüllt und er wird nicht über die Sünden seiner Ehefrau und seiner Kinder befragt werden. Wenn es ihm nicht gelingt, dies zu erfüllen, dann wird er über ihre Sünden  und ihr Fehlgehen, aufgrund SEINER Mängel beim Nichterfüllen seiner Pflichten in dieser Hinsicht, befragt.

In einer anderen Version des Hadiths über die „Hirten“, fährt der Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) fort:

„…bis der Mann über die Personen in seinem Haushalt befragt wird: hat er unter ihnen das Gesetz Allahs eingeführt oder hat er zugelassen, dass es verloren geht?“

 

Ihre Ehre verteidigen

Ein Mann sollte „eifersüchtig“ in Bezug auf die Ehre und den Stand seiner Ehefrau sein. Er sollte sie verteidigen, wann immer sie verleumdet wird, oder schlecht über sie hinter ihrem Rücken gesprochen wird. Das ist eigentlich ein Recht jedes Muslims allgemein, aber besonders ein Recht der Ehefrau. Er sollte auch eifersüchtig sein und es nicht erlauben, dass andere Männer seine Frau anschauen oder mit ihr in einer Weise sprechen, die nicht angemessen ist. Der Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) sagte in einem sahih Hadith: „Es sind drei, die niemals ins Paradies eintreten werden… ad-dayyuth.“ Ad-dayyuth (manchmal als „Pantoffelheld“ übersetzt) ist der schwache Ehemann, der keine Eifersucht gegenüber seiner Ehefrau und anderen Männern besitzt.

„Eifersucht“ in diesem Sinne bedeutet Leidenschaft für die Grenzen Allahs und Zorn, wenn diese überschritten werden. Der Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) sagte:

„ Wahrlich, Allah ist eifersüchtig und der Gläubige ist eifersüchtig. Allahs Eifersucht ist wegen dem Gläubigen, welcher etwas begeht, dass Er ihm verboten hat.“ [Muslim]

Dies bedeutet jedoch nicht, dass ein Muslim es in diesem Punkt übertreiben soll und seiner Frau ständig misstrauen soll und versuchen soll sie auszuspionieren. Dies wird zu Adh-dhann (Misstrauen), vor dem der Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) uns in folgendem Hadith in Bukhari und Muslim gewarnt hat:

„Halte dich von dem Misstrauen fern, denn Misstrauen ist die größte Lüge beim Sprechen.“

 

Die Rechte des Ehemannes gegenüber seiner Ehefrau

In diesem Abschnitt werden die folgenden Rechte des Ehemannes über seiner Frau und die Verpflichtungen, welche die Ehefrau gegenüber ihrem Ehemann hat, erörtert:

  • Das Oberhaupt des Haushalts sein
  • Ihm gehorchen
  • Körperliche Beziehungen
  • Kontrolle darüber, wer das Haus betritt
  • Die Ehefrau verlässt das Haus nicht ohne seine Erlaubnis
  • Hausarbeit und von seiner Frau bedient werden (zwei Meinungen)
  • Ihm Dankbarkeit für seine Bemühungen entgegenbringen
  • Sie fastet nicht freiwillig, außer mit seiner Erlaubnis

 

Das Oberhaupt des Haushalts sein

Wenn man über die Rechte des Ehemannes nachdenkt, ist dies wahrscheinlich eines der ersten Dinge, die einem in den Sinn kommen. Jedoch muss eine ernste Frage gestellt werden: Ist das das Recht des Ehemannes, oder ein weiteres Recht der Ehefrau? Allah sagt:

„Die Männer stehen den Frauen in Verantwortung vor, weil Allah die einen vor den anderen ausgezeichnet hat und weil sie von ihrem Vermögen hingeben. Darum sind tugendhafte Frauen die Gehorsamen und diejenigen, die (ihrer Gatten) Geheimnisse mit Allahs Hilfe wahren…“ [der edle Quran 4:34]

Dieser Vers scheint ein großes Recht des Ehemannes über seine Frau aufzuzeigen. Bei tieferem Nachdenken wird deutlich, dass dieser Vers eigentlich auf ein Recht der Ehefrau und einer Pflicht des Ehemannes hindeutet. Das Wort „Verantwortung“ im Arabischen bedeutet auch Versorgung, Schutz und Verantwortung seitens des Ehemannes für seine Frau. Es bedeutet nicht einfach nur, dass er der „Chef“ oder der Diktator im Haus ist und alles was er sagt, zählt. Es bedeutet viel mehr, dass er eine schwere Pflicht hat, seine Familie zu führen. Erinnern wir uns an den Hadith aus dem vorherigen Abschnitt, wo der Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) in einer Version des Hadiths über den „Hirten“ fortfährt:

„…bis der Mann über die Personen in seinem Haushalt befragt wird: hat er unter ihnen das Gesetz Allahs eingeführt oder hat er zugelassen, dass es verloren geht?“

Genau wie jeder Führer oder Herrscher, wird er von Allah dem Allmächtigen zur Verantwortung gezogen: hat er die Entscheidung getroffen, welche die angemessenste für seine Familie in diesem Leben und im Jenseits ist, oder ist er einfach nur seinen Wünschen gefolgt? Hat er gemacht, was gerecht und richtig war, oder hat er einfach das gemacht, wozu er Lust hatte?

In Allahs unendlicher Weisheit hat er das Fundament der islamischen Gesellschaft – die Familie – nicht ohne Organisation, Führung und Leitung gelassen. Es liegt ganz klar auf den Schultern des Ehemannes und es ist seine Verantwortung. Es ist an ihm, diese Verantwortung in der richtigen Art und Weise zu erfüllen.

Ebenso muss die muslimische Frau lernen, diese Situation und diese Regeln von Allah dem Allmächtigen zu akzeptieren. Sie sollten dem widerstehen, so wie die ungläubigen Frauen zu werden, besonders wie die im „Westen“, die versuchen den Platz als Oberhaupt des Haushaltes zu übernehmen oder die meinen, dass er von beiden Ehepartnern gleichermaßen geteilt werden sollte. Der rasche Verfall und das Verschwinden der Institution der Ehe seit der Verbreitung dieses verdorbenen Glaubens ist der deutlichste Beweis von allen, dass es nicht nur gegen Allahs Befehl und Plan für uns ist, sondern auch gegen die menschliche Natur und völlig realitätsfremd und nicht praktikabel. Ich glaube die neusten Zahlen besagen, dass mehr als die HÄLFTE der Kinder in den USA in Ein-Eltern-Haushalten aufwachsen!

Frauen, die den Kuffar und ihren eigenen Wünschen folgen und eifersüchtig auf die Rolle des Mannes sind und versuchen einen Teil oder alles davon für sich selbst zu beanspruchen, sollten über den Hadith des Propheten (Frieden und Segen seien auf ihm) nachdenken:

„Allahs Gesandter (Frieden und Segen seien auf ihm) verflucht männliche Frauen.“

Wie alle Rechte und Pflichten im Islam (in der Ehe und in anderen Bereichen), ist es wichtig, dass beide Parteien sie verstehen und sie nach besten Kräften umsetzen, in einer Art und Weise, die Allah dem Allmächtigen gefällt.

 

Ihm gehorchen

Wie wir in dem Vers von An-Nisa, welcher vorher zitiert wurde, sahen, ist es das Recht des Ehemannes, dass ihm seine Frau gehorcht. Dieser Gehorsam schließt jedoch nichts ein, was einen Ungehorsam gegenüber Allah darstellt. Der Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) sagte:

„Kein Gehorsam in dem, was eine Sünde ist. Gehorsam ist nur in dem, was rechtens ist.“ [Muslim & Bukhari]

Zwei Dinge werden jetzt deutlich: 1) eine Frau ist verpflichtet ihrem Mann zu gehorchen, und 2) kein Muslim soll in einer Sache gehorchen, die einen Ungehorsam gegenüber Allah darstellt. Zusätzlich begrenzt eine starke Meinung den erforderlichen Gehorsam der Ehefrau auf jene Pflichten, welche in diesem Kapitel beschrieben werden. Mit anderen Worten soll der Ehemann nicht danach streben, jeden Punkt ihres Lebens zu kontrollieren, selbst  in Dingen, welche keine direkte Bedeutung für seine Rechte als ihr Ehemann haben.

Was ist, wenn es einen Konflikt darin gibt, ihrem Ehemann zu gehorchen und gleichzeitig ihren Eltern zu gehorchen? Die Gelehrten vertreten dazu zwei Meinungen. Die eine Meinung besagt, dass der Gehorsam gegenüber dem Ehemann Vorrang vor dem Gehorsam gegenüber den Eltern hat. Andere sind der Meinung, dass der Gehorsam gegenüber den Eltern Vorrang hat, da Allah es als größte Sünde nach der Beigesellung von Partnern beschrieben hat, ungehorsam gegenüber seinen Eltern zu sein.

Zuallererst ist es klar, dass die Verpflichtung jedes Muslims gegenüber seinen Eltern sehr groß ist, genau wie die Verpflichtung einer muslimischen Ehefrau sehr groß ist, ihrem Mann zu respektieren und ihm zu gehorchen. Den Eltern sollte bewusst sein, dass sie ihre Tochter in einen Vertrag eintreten lassen haben, welcher von ihr verlangt, dass sie ihrem Ehemann gehorcht. Genauso sollte den Ehemännern bewusst sein, dass ihre Frauen eine große Verpflichtung gegenüber ihren Eltern haben. Wenn diese beide in Konflikt geraten, verhält sich einer wahrscheinlich nicht richtig.

Wenn die zwei in Konflikt geraten, scheint es deutlich zu sein, dass die stärkste Meinung jene ist, die besagt, dass die Rechte des Ehemannes Vorrang vor den Rechten der Eltern haben, wie es in folgendem Hadith von Aischa deutlich wird:

„Ich fragte den Propheten (Frieden und Segen seien auf ihm): Wer hat das größte Recht über eine Frau? Er (Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: Der Ehemann. Ich sagte: Und wer hat das größte Rechte über einen Mann? Er (Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: Seine Mutter.“ [Al-Hakim – aus Fiqh As-Sunnah entnommen]

 

Körperliche Beziehungen

Es ist die Pflicht der Ehefrau, darauf zu antworten, wann immer ihr Ehemann sie ins Bett ruft, es sein denn, sie hat einen starken Grund, warum sie nicht kann. Genau wie bei dem Punkt über das Oberhaupt sein, ist es das, was Allah uns gegeben hat, was das Beste für uns ist – denn alles was wir machen, oder nicht machen, kann in keinster Weise Allah dem Allmächtigen schaden oder nützen. Wenn also sich die Frau dem widersetzt und darauf besteht, dass sie den Ton in dieser Sache angibt, oder dass beide gleich entscheiden können, sind es nur die beiden, die darunter leiden. Es führt zu Frustration, ehelichem Zerwürfnis  und dem Wunsch des Ehemanns, seine Begierden woanders erfüllt zu bekommen. Wenn es darin endet, dass er sich den haram Dingen zuwendet, dann wurde in der Tat der Gesellschaft ein sehr großer Schaden zugefügt. Dieser Punkt wird in vielen Ahadith deutlich, darunter folgender:

„Wenn ein Mann seine Frau zum Geschlechtsverkehr ruft, dann sollte sie kommen, sogar dann, wenn sie mit Brotbacken beschäftigt ist.“ [At-Tirmidhi – Sahih]

Eine Frau muss also auf ihren Mann reagieren, auch wenn es das Verschwenden von Besitz (das Verbrennen des Brotes) bedeutet. Denn die sozialen Folgen dieses Abbruchs sind so ernst, so dass die Gefahr einer Frau, der es daran mangelt dies zu respektieren, sehr beträchtlich ist. Der Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) sagte:

„Wenn ein Mann seine Frau zum Geschlechtsverkehr ruft und sie ablehnt, verfluchen sie die Engel bis zum Morgen.“ [Al-Bukhari]

Selbst zusätzliche Handlungen wie Gebete und Fasten müssen eingegrenzt werden, falls es den Wunsch des Mannes nach der Gesellschaft seiner Frau stört.

 

Kontrolle darüber, wer das Haus betritt

Aus vielen Ahadith wurde festgestellt, dass es einer Frau nicht erlaubt ist, jemanden ins Haus zu lassen, den der Ehemann nicht im Haus wünscht (männlich oder weiblich). Das ist das zweite Rechte des Ehemannes über seine Frau, denn der Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) sagte in einem Hadith:

„…Und sie soll niemanden ins Haus einlassen, außer mit seiner Erlaubnis…“ [Muslim & Bukhari]

Die Erlaubnis muss nicht für jeden einzelnen Gast eingeholt werden. Wenn die Frau weiß, oder einen guten Grund hat zu glauben, dass ihr Ehemann nichts gegen eine bestimmte Person einzuwenden hat, so kann sie diese ins Haus lassen.

 

Die Ehefrau verlässt das Haus nicht ohne seine Erlaubnis

Der beste Ort für eine muslimische Frau ist in ihrem Zuhause. Als Allah die Frauen des Propheten (Frieden und Segen seien auf ihm) ansprach und ihnen (und im weiteren Sinne allen muslimischen Frauen) befahl, überwiegend im Haus zu bleiben, verband er den Wunsch der Frauen „draußen“ zu sein und sich zu zeigen mit der Jahiliya (das Alter der Torheit):

„Und bleibt in euren Häusern und prunkt nicht wie in den Zeiten der Jahiliya und verrichtet das Gebet und entrichtet die Zakah und gehorcht Allah und Seinem Gesandten….“ [der edle Quran 33:33]

Die Tafsir-Gelehrten haben erklärt, dass, auch wenn sich der Vers direkt an die Frauen des Propheten (Frieden und Segen seien mit ihm) richtet, das allgemeine Prinzip für alle muslimischen Frauen und besonders Ehefrauen gilt – dass sie das Haus nicht verlassen sollten, außer zu einem legitimen Zweck, zum Beispiel um in die Moschee zu gehen, nach Wissen zu streben, oder Dinge für den Haushalt zu kaufen usw. und wenn sie verheiratet sind, sollen sie dies nicht ohne die Erlaubnis ihres Ehemannes tun. Dies ist ein Punkt über den die Gelehrten sich weitestgehend einig sind, auch wenn es keinen deutlichen und gesunden Hadith gibt, der dies festlegt. Jedoch deutet folgender Hadith SEHR stark darauf hin, dass es so der Fall ist:

„Wenn eine eurer Frauen euch um Erlaubnis bittet, in die Moschee zu gehen, soll er sie nicht davon abhalten.“ [Muslim & Bukhari]

So wie es mit allen Rechten ist, die eine Person besitzt, sollte auch mit diesem Recht in der richtigen Weise umgegangen werden und es sollte nicht missbräuchlich verwendet werden, so dass es zu einem Leid und einer Qual wird. Der Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: „Keinen Schaden zufügen und keinen gegenseitigen Schaden.“ Ein zeitgenössiger Autor, Faihan Al-Mutairi, sagte darüber:

„Wenn ein Mann seiner Frau nicht erlaubt, das Haus zu verlassen, aus Angst oder Ehre für sie, dann sollte er ihr das Gefühl nehmen, dass sie sich wie eine Gefangene im Haus fühlt und dass sie nur erschaffen wurde, um ihm und den Kindern zu dienen. Stattdessen sollte er einen Tag in der Woche wählen, oder mehr oder weniger, je nach Bedarf und Fähigkeiten, um mit seiner Frau und den Kindern an einem Platz spazieren zu gehen, welcher frei von Versuchungen ist, so dass sie glücklich in ihren Herzen werden und keine Angst vor Langweile haben. Derjenige, der sich mit der Scharia beschäftigt, wird diesen Aspekt ganz deutlich finden, nämlich, dass er Spaß mit seiner Frau machen soll und versuchen soll, sie glücklich zu machen. Der Gesandte Allahs (Frieden und Segen seien auf ihm) ging mit seiner Frau Aisha, die Mutter der Gläubigen, raus um gegen sie um die Wette zu laufen. Es ist bestätigt, dass Aisha sagte: „Der Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) ist  mit mir um die Wette gelaufen und ich habe ihn geschlagen. Später, als ich schwerer wurde, rannte er mit mir um die Wette und schlug mich und sagte: Dieses ist für jenes.“

Diejenigen Muslime also, die von ihren Frauen verlangen, dass sie 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche zu Hause bleiben, folgen nicht wirklich der Sunna. Sie haben vielmehr eine Erneuerung erschaffen, welche nur dazu dient, Frauen und Kinder weg vom Islam zu bringen.

 

Hausarbeit

Die Rechte, die bisher genannt wurden, sind unumstritten und wurden von den Gelehrten bestätigt. Die Pflicht der Ehefrau, sich um den Haushalt zu kümmern, zum Beispiel Kochen und Putzen und den Mann bedienen, ist ein Punkt, über den es verschiedene Meinungen gibt. Es war definitiv immer die Sitte der Muslime, bis ganz zurück zum Propheten (Frieden und Segen seien auf ihm) und seinen Gefährten. Es ist ein Teil des Ihsan (gute Behandlung), welche zwischen dem Ehemann und der Ehefrau ausgetauscht werden sollte. Das ist jedoch nicht das gleiche, als zu sagen, dass es das Recht des Ehemannes ist. Wenn es so wäre, würde sie eine Sünde begehen, wenn sie dies nicht erfüllen würde.

Ohne Frage ist der sicherste Weg der Weg der Gefährtinnen des Propheten (Frieden und Segen seien auf ihm), die ihre Männer in dieser Hinsicht bedienten. Wenn sie Bedienstete hatten, die ihnen halfen, war es gut. Wenn nicht, waren sie es gewohnt, den Haushalt zu führen, zu kochen und zu putzen. Der Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm), unser bestes Beispiel in dieser Hinsicht, half seinen Frauen bei diesen Arbeiten.

 Es gibt viele Gelehrte auf beiden Seiten bezüglich der Verbindlichkeit dieser Dienste. Der stärkste Argument, dass sie haben, ist der folgende Hadith von Husain ibn Muhsin, dass der Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) seine Tante fragte, ob sie verheiratet war. Als sie dies bejahte, sagte er:

„Wie bist du ihm gegenüber?“ Sie antwortete: „Ich gehorche ihm, außer in den Dingen, bei denen ich nicht in der Lage bin, sie zu tun.“ Der Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) sagte ihr: „Achte darauf, wie du zu ihm gegenüber bist, denn er ist dein Paradies oder dein Höllenfeuer.“ [Ahmad und andere (zulässig laut Al-Albani)]

Al-Albani sagt, dass dieser Hadith ein Beweis dafür ist, dass eine Frau ihrem Mann dienen muss, je nach ihrer Fähigkeit und die erste Verpflichtung diesbezüglich ist das Aufziehen der Kinder.

 

Ihm Dankbarkeit für seine Bemühungen entgegenbringen

Dankbarkeit ist eine der wichtigsten Charaktereigenschaften eines Gläubigen. Ein Muslim ist sowohl Allah für seine unendliche Barmherzigkeit, als auch Leuten dankbar, die gut zu ihm/ihr sind. Der Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) sagte:

„Die Leute, die Allah, den Gesegneten und Erhabenen, dankbar sind, sind die dankbarsten anderen gegenüber.“ [Ahmad]

„Jene, welche nicht anderen Leuten danken, danken nicht Allah.“ [Abu Daud und andere]

Auch wenn die Pflicht des Ehemannes ist, sich um seine Frau zu kümmern, bedeutet dies nicht, dass sie nicht dankbar für seine Freundlichkeit und seine Bemühungen, sich um ihr Wohlergehen und ihr Glück zu kümmern, sein sollte. Dies ist etwas grundsätzliches, was zwischen Ehemann und Ehefrau vorherrschen sollte. Jeder von ihnen sollte die Bemühungen des anderen würdigen, ihm Dankbarkeit entgegenbringen und ihm dies in Freundlichkeit erwidern. Allah sagt:

„Kann der Lohn für Güte (etwas) anderes sein als Güte.“ [der edle Quran 55:60]

Aus verschiedenen Ahadith scheint deutlich zu werden, dass es besonders eine Notwendigkeit der Ehefrau sein sollte, sich an dieses Prinzip zu erinnern. Vielleicht weil ein Großteil des Beitrages des Mannes zum Haushalt bei der Arbeit außerhalb des Hauses stattfindet, neigt sie eventuell dazu, es zu übersehen. Dies scheint eine allgemeine Charaktereigenschaft von Frauen zu sein, welches in folgendem Hadith des Propheten (Frieden und Segen seien auf ihm), nach seiner nächtlichen Reise zum Himmel, zur Hölle und nach Jerusalem, deutlich wird:

„… und ich sah, dass die meisten Bewohner der Hölle Frauen sind. Sie sagten: Warum, oh Gesandter Allahs? Er sagte: Wegen ihrer Undankbarkeit. Es wurde gesagt: Ihrer Undankbarkeit gegenüber Allah? Er (Frieden und Segen seien auf ihm) sagte: Sie waren undankbar gegenüber ihren Lebensgefährten, undankbar für die Wohltaten, die ihnen erwiesen wurden. Wenn du einer solchen Frau immer nur Gutes tust, sie aber etwas an dir entdeckt, was ihr Missfallen erregt, so sagt sie zu dir: "Nie habe ich etwas Gutes an dir gesehen."" [Muslim & Bukhari]

In einem anderen Hadith warnte der Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) Ehefrauen auf ähnliche Weise:

„Allah sieht keine Frau an, die ihrem Ehemann nicht dankt, während sie nicht ohne ihn leben kann.“ [Al-Hakim (zulässig laut Sh. Al-Albani)]

 

Sie fastet nicht freiwillig ohne seine Erlaubnis

Der Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) sagte:

„Es ist einer Frau nicht erlaubt zu fasten, während ihr Mann anwesend ist, außer mit seiner Erlaubnis.“ [Muslim & Bukhari]

 

Zusammenfassung: Die Wichtigkeit der Erfüllung der Rechte des Ehemannes

Der Prophet (Frieden und Segen seien auf ihm) gab muslimischen Frauen einen allumfassenden Rat in folgendem Hadith:

„Wenn eine Frau 5 mal am Tag betet, und ihren Monat (Ramadan) fastet, ihre Keuschheit wahrt und ihrem Mann gehorcht, so wird zu ihr gesagt "Tritt in das Paradies ein durch welches Tor du dir wünscht.“ [Ibn Hibban (sahih nach Al-Albani)]